Die Idee

Integreat – die lokale und mehrsprachige Informationsapp und Webseite für Neuzugewanderte

Menschen, die neu in eine Stadt oder einen Landkreis ziehen, benötigen Informationen zur Orientierung und um sich vor Ort einzuleben. Diese Informationen sind in der Integreat-App mehrsprachig auffindbar. Das Integreat-Team stellt die Technologie zur Verfügung und unsere kommunalen Partner erstellen die Inhalte – so wird garantiert, dass die lokalen Besonderheiten richtig abgebildet werden. An oberster Stelle steht hierbei auch die Vernetzung unserer kommunalen Partner untereinander, da Integration eine Herausforderung für alle Städte und Landkreise in Deutschland ist und wir in dem interkommunalen Austausch eine große Chance zum effektiveren Ressourceneinsatz und zur kollektiven Zusammenarbeit sehen.

Von der Idee bis heute

Wie können wir den ankommenden Menschen in unserer Stadt möglichst schnell alle relevanten Informationen in ihrer Landessprache zur Verfügung stellen? Ohne permanenten Internetzugriff und ohne unübersichtliches Papierchaos? Diese Fragen haben wir uns 2015 auch gestellt. Herausgekommen ist mit Integreat eine wirkungsvolle und niedrigschwellige Lösung. Eine digitale Plattform, die auf kommunaler Ebene alle relevanten Informationen mehrsprachig an die neuzugewanderten Menschen – egal ob Fachkräfte, Migrantinnen, Migranten oder Geflüchtete – weitergibt. Begonnen haben wir mit der Idee unter dem Projektnamen Refguide+. Mittlerweile ist Integreat mehr als nur eine Idee und ein theoretisches Konzept. Es ist eine digitale Integrations-Plattform für Städte, Landkreise und Bundesländer, die Sprachbarrieren abbauen und Informationstransparenz schaffen wollen. Im Vordergrund stehen dabei alle Menschen mit Migrationshintergrund – egal ob sie durch eine Flucht gezwungen oder freiwillig (Stichwort: Arbeitsmigration/Fachkräfte) in ein neues Land und eine neue Kultur gekommen sind. Unsere digitale Lösung soll den Integrationsprozess unterstützen und auch als Grundlage für weitere Aktivitäten und Maßnahmen in diesem Umfeld dienen.

Aufgrund der Vielzahl an Nachfragen, dem steigenden Interesse und der Erweiterung von Integreat um relevante Funktionen haben wir im Juni 2016, die Tür an Tür – Digitalfabrik gegründet. Dabei handelt es sich um eine gemeinnützige Unternehmung, die vom Verein Tür an Tür und dem Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der TU München getragen wird. Sie steht als kompetenter und professioneller Ansprechpartner hinter der dem Integreat-Projekt.

Vision und Ziele

Unsere Vision ist es, die Kommunikation und das Verständnis zwischen Kulturen mithilfe von digitalen Lösungen zu fördern. Diese haben den Anspruch, die Integration vor Ort zu erleichtern und zu unterstützen. Wir verfolgen dabei in erster Linie wirkungsorientierte und nicht wirtschaftlichen Interessen. Aktuell setzen wir vor allem darauf, die Bedarfe der Zielgruppe bestmöglich zu identifizieren, Lösungen zu entwickeln und diese auch umzusetzen. Im Kern stehen aktuell die Mehrsprachigkeit und Offline-Verfügbarkeit und der Fokus auf Fachkräfte und EU-Migrantinnen und -Migranten, nachdem der Zuzug von Geflüchteten in den letzten Monaten abgenommen hat. Weiterhin ist uns die zielgruppengerechte Darstellung von Informationen und die Implementierung bedarfsorientierte Funktionen ein großes Anliegen. Mit einem Team aus etwa 30 Personen arbeiten wir Woche für Woche an Verbesserungen und neuen Anregungen. Jede Idee wird evaluiert und anschließend bestenfalls umgesetzt.

Von der Idee bis zur Umsetzung: Beraterin zeigt Integreat einem Geflüchteten

Die Kommunen, die mit uns zusammenarbeiten, vernetzen wir untereinander. Wir veranstalten Dialogforen, um Erfahrungen auszutauschen und Kommunen voneinander lernen zu lassen. Nicht für jede Kommune macht Integreat Sinn, denn die Voraussetzungen vor Ort sind oftmals verschieden. Gemeinsam mit unserem Team und der Expertise aus über 50 Gebietskörperschaften versuchen wir den Bedarf und die Umsetzungsstrategie von Ort zu Ort individuell zu erfassen. Mit regelmäßigen Newslettern, Nutzungsstatistiken und einer persönlichen Betreuung und Workshops bei der Einführung, sorgen wir für einen erfolgreichen Start der App bei den Städten und Landkreisen vor Ort sowie eine langfristige Betreuung der Lösung. Unser Ziel ist es dabei nicht, so viele Kommunen wie möglich mit Integreat zu versorgen, sondern überall dort wo es den Bedarf gibt als kompetenter Partner zu unterstützen. Wir unterstützen Kommunen unabhängig von ihren finanziellen Mitteln – von der Idee bis zur Einführung.


Gemeinnützig und transparent

Transparenz steht für uns im Projekt an oberster Stelle. Der komplette Programm- und Quellcode der Integreat-App ist frei verfügbar und unter einer Open-Source-Lizenz bereitgestellt (MIT). Wir unterstützen ausdrücklich die Kampagne Public Money, Public Code, die sich dafür einsetzt, dass mit öffentlichen Geldern für öffentliche Verwaltungen entwickelte Software unter einer Freie-Software- und Open-Source Lizenz veröffentlicht wird.
Darüber hinaus sind alle Inhalte der verschiedenen Städte und Kommunen unter Creative Commons (CC BY 4.0) lizenziert. Das bedeutet, dass neue und bestehende Landkreise und Städte bei Inhalten und Übersetzungen voneinander profitieren können und Arbeitsaufwand bei Erstellung und Pflege minimiert wird. Finanziert wird das Projekt zum einen aus Fördermitteln des bayerischen MigraNet-Netzwerks, sowie aus Einnahmen durch Supportverträge, die von den Kommunen bei Bedarf freiwillig abgeschlossen werden können.

In unseren Wirkungsberichten zeigen wir Ihnen außerdem, mit welchen Ressourcen und Aktivitäten wir langfristig Veränderungen schaffen und wofür wir unsere Gelder Jahr für Jahr einsetzen. Wir verweisen außerdem auf die Transparenzrichtlinien, die wir freiwillig und wohlwollend in unserer Rechtsform und unserem Projekt umgesetzt haben.

Download Wirkungsbericht 2016 (3,7 MB, PDF)

Download Wirkungsbericht 2017 (4,6 MB, PDF)

Download Wirkungsübersicht 2018 (446 KB, PDF)

Download Wirkungsbericht 2018 (1,75 MB, PDF)


Integreat wirkt.

Am Anfang stand die Idee der Erstinformationen zur Orientierung für Asylsuchende. Mittlerweile sprechen wir über vier große Themenbereiche der Integration im Kontext der Neuzugewanderten:

  • Arbeitsmarktzugang
  • Sprachlernförderung
  • Wohnraum
  • und Teilhabe

Die Bedürfnisse ändern sich kontinuierlich, doch wir versuchen unsere Zielgruppe bestmöglich zu kennen. Dazu gehört  die Tatsache, dass unser Projektteam diversifiziert aufgestellt ist. Mindestens genauso wichtig ist uns aber eine enge Kooperation mit Asylsozialberatungen und der Wohlfahrt, die uns mit Rat und Tat zur Seite stehen. Unser Unternehmenssitz ist in einem Café für Deutschkursangebote angesiedelt. Dies ermöglicht nicht nur die direkte Mitarbeit der Zielgruppe, sondern lädt auch zum regelmäßigen Austausch mit Netzwerkpartnern und anderen Akteuren ein.

Integreat ist mehr als „nur eine App“ und unterstützt Städte und Landkreise in Deutschland nachhaltig bei den vielseitigen Herausforderungen der Migration und Integration. Neben der direkten Steigerung von Informationstransparenz für Geflüchtete entfaltet Integreat auch direkt in der kommunalen Verwaltung seine Wirkung. Die Arbeit an einer gemeinsamen Informationsplattform fördert die Kommunikation und den Austausch wichtiger Akteure in der Integrationsarbeit vor Ort, vernetzt und kann Handlungsbedarfe deutlich machen. Das Bewusstsein über eigene Strukturen und bestehende Angebote ist elementar für die erfolgreiche Integrationsarbeit vor Ort und mit unserem Angebot unterstützen wir gezielt dabei.