Forschungszusammenarbeit mit J-PAL

2. Februar 2021

Eine umfangreiche und aussagekräftige Analyse der Wirkung von Integreat in der kommunalen Integrationsarbeit durchzuführen ist eine Aufgabe, der wir uns 2021 gemeinsam mit einem Forschungsteam bestehend aus Dr. Yvonne Giesing (ifo Institut für Wirtschaftsforschung), Dr. Nadzeya Laurentsyeva (LMU München), Dr. Clément Imbert (Universität Warwick) und Prof. Dr. William Parienté (Universität Leuven) annehmen möchten. Finanziert wird das Forschungsvorhaben durch das internationale Forschungszentrum J-PAL, dessen Gründer Abhijit Banerjee und und Gründerin Esther Duflo 2019 mit dem Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet wurden.

Das Forschungsprojekt ist zunächst auf ein Jahr ausgelegt. Innerhalb dieses Zeitraumes werden die Forscher:innen Briefe an Migrant:innen versenden, die seit maximal 5 Jahren in einer Integreat-Kommune leben. In diesen Briefen wird ein Teil der Zielgruppe explizit auf Integreat hingewiesen, der andere Teil nicht. So entsteht eine Kontrollgruppe, die dazu dient zu überprüfen, welche Wirkung Integreat bei den Personen hat, die die App nutzen. Über das Jahr hinweg werden alle Studienteilnehmer:innen mehrmals zu ihrem Leben in Deutschland und ihrem Integrationsstand befragt.

Die Adressdaten von Personen, die innerhalb der letzten 5 Jahre in die Kommunen gezogen sind, fragt das Forschungsteam über die Meldebehörden der Kommunen an. Sollte der Kontakt zur Meldebehörde nicht direkt möglich sein, wird die Anfrage des Forschungsteams an andere Stellen in der Kommune gesendet, die die Anfrage weitergeben können. Die Kontaktdaten werden vom Forschungsteam selbst erfasst. Es erfolgt kein Abgleich mit Daten bei der Tür an Tür – Digitalfabrik. Die Kontaktdaten der Migrant:innen werden benötigt, um den Erstkontakt für die Befragung herzustellen. Obwohl es sich dabei um personenbezogene Daten handelt, sind Meldebehörden der Kommunen dazu angehalten diese an öffentliche Stellen wie Universitäten zu übermitteln, wenn dies den wissenschaftlichen Zwecken dient. Selbstverständlich werden die Daten nur für die entsprechende Studie genutzt, sind gegen unberechtigte Zugriffe geschützt, werden nicht an Dritte weitergegeben und nach dem Abschluss der Erhebung unverzüglich vernichtet.

Auch Übersetzungen in Verbindung mit dem Forschungsprojekt werden durch die Finanzierung von J-PAL abgedeckt. Es entstehen also keine Kosten und kein zusätzlicher Aufwand in den Kommunen. So hoffen wir in möglichst vielen Städten und Landkreisen Aussagen von der Zielgruppe sammeln zu können.

Um die Ergebnisse der regelmäßigen Befragung zu untermauern und zu verifizieren, werden zudem Daten über das Nutzungsverhalten der Studienteilnehmer:innen erhoben. Die Erhebung erfolgt anonymisiert und nur bei expliziter Zustimmung durch den bzw. die jeweilige Nutzer:in und somit auch in Übereinstimmung an die hohen Ansprüche an den Datenschutz, die wir bei Integreat an den Tag legen.

Die Ergebnisse der Studie werden selbstverständlich im Anschluss veröffentlicht. Ziel ist es nicht nur herauszufinden, ob Integreat positive Auswirkungen auf die Integration und das Empfundene Wohlbefinden von Migrant:innen in Deutschland hat, sondern auch welche Informationen besonders viel genutzt werden, bei welcher Zielgruppe die Nutzung von Integreat eine besonders große Wirkung hat und welche Lebensbereiche durch Integreat besonders beeinflusst werden. Die Evaluation leistet somit einen wichtigen Beitrag dazu Ressourcen zu fokussieren und die Wirkung vor Ort zu maximieren.

Falls Sie eine der primären Kommunen sein möchten, die an der Wirkungserhebung teilnehmen freuen wir uns sehr über Ihre Rückmeldung an Clara Bracklo (bracklo@integreat-app.de). Zu den dafür notwendigen Daten, die Sie dafür bereitstellen müssen, erhalten Sie dann individuell Informationen von uns. Durch die aktive Zusammenarbeit mit den Städten und Landkreisen wird der Prozess für uns auf der einen Seite beschleunigt und erleichtert und auf der anderen Seite erhalten Sie Evaluationsergebnisse basierend auf den Ergebnissen der Nutzer:innen bei Ihnen vor Ort.