Workshops gestalten: Tipps für gelingenden Austausch vor Ort

Workshops sind ein wirkungsvolles Werkzeug, um Integreat nah an den Bedarfen der Zielgruppe auszurichten. Sie schaffen Räume für den Austausch mit Neuzugewanderten und mit Multiplikator:innen. Wer Workshops gestalten möchte, muss dafür selbst keine Fachperson sein. Wichtig ist vor allem ein Rahmen, in dem die Teilnehmenden ihr Wissen einbringen können. Gerade Nutzende sind Expert:innen für ihre eigene Lebensrealität und bringen vielfältige Erfahrungen mit.
Vor dem Workshop
Ziel klären: Zu Beginn steht die Frage, was der Workshop erreichen soll. Geht es darum, Integreat als Angebot bekannter zu machen? Sollen Teilnehmende an Inhalten mitwirken? Oder steht der Austausch im Netzwerk im Vordergrund? Ein klares Ziel erleichtert alle weiteren Entscheidungen.
Mit bestehenden Formaten zusammenarbeiten: Etablierte Angebote wie Frauen-Cafés oder Sprachlern-Gruppen erleichtern den Zugang zu Nutzenden. Wer dort anknüpft, erreicht mehr Teilnehmende und trifft auf eine vertraute Atmosphäre.
Verständlichkeit durch vorbereitetes Material verbessern: Hilfreich sind verschriftlichte Arbeitsaufträge in einfacher Sprache, damit alle in Ruhe nachlesen können, was zu tun ist. Bilder, ausgedruckt oder selbst gemalt, machen Begriffe verständlicher. Für Gefühle eignen sich zum Beispiel Emojis.
Vielfalt im Austausch ermöglichen: Verschiedene Übungen sprechen unterschiedliche Vorlieben an, denn manche reden lieber, andere malen oder schreiben. Auch Kleingruppen sind eine gute Möglichkeit, um Gespräche zu ermöglichen, die mehr in die Tiefe gehen.
Flexibilität für verschiedene Gruppengrößen: Nicht immer ist vor Beginn eines Workshops klar, wie viele Teilnehmende tatsächlich kommen werden. Daher lohnt es sich einen Plan B für Übungen zu haben, die eine bestimmte Gruppengröße erfordern.
Während des Workshops
Einfach und langsam sprechen: Einfache Sprache und ein ruhiges Tempo helfen beim Verstehen. Bei mehreren Moderierenden lohnt sich die Absprache, sich gegenseitig auf zu schnelles Sprechen hinzuweisen.
Zeit für Übersetzung einplanen: In größeren Gruppen unterstützen sich Teilnehmende oft gegenseitig beim Übersetzen. Dafür sollte bewusst Zeit eingeplant werden.
Das Schreiben übernehmen: Wenn die Moderation das Mitschreiben übernimmt, können die Teilnehmenden frei sprechen, ohne sich um Rechtschreibung sorgen zu müssen.
Allen eine Stimme geben: Insbesondere zum Start in einen Workshop ist es hilfreich, schnell alle Teilnehmenden zu Wort kommen zu lassen. Dadurch sind Teilnehmende über den gesamten Workshop hinweg aktiver. Eine klare Einstiegsfrage mit Antwortmöglichkeiten auf Karten aus denen sich jede Person eine auswählen kann, ist hier eine gute Option. Durch eine freie Reihenfolge bei der Vorstellung der eigenen Wahl kann sich jede Person die Zeit nehmen, die sie braucht, und trotzdem kommen alle dran.
Alles aufschreiben: In Workshops wird viel Wertvolles gesagt. Vieles geht verloren, auch wenn man glaubt, sich an alles erinnern zu können. Zu zweit kann eine Person nebenbei Notizen machen, etwa auf einem Klemmbrett, und Kernaussagen oder Beobachtungen festhalten.
Nach dem Workshop
Danke sagen: Teilnehmende schenken ihre Zeit und ihr Wissen. Ein kleines Dankeschön zum Abschluss ist eine schöne Geste.
Erkenntnisse sichern: Notizen und Ergebnisse sollten zeitnah festgehalten werden, solange die Eindrücke frisch sind. Am besten wird direkt im Anschluss etwas Zeit dafür eingeplant.
Erfolgreiche Workshops wiederholen: Die Konzeption kostet Zeit. Deshalb lohnt es sich, Konzepte und Material zu sichern. So lässt sich ein Workshop im Folgejahr oder mit einer anderen Gruppe erneut durchführen und weiterentwickeln.
Erfahrungsaustausch
Für weitere Anregungen lohnt sich ein Blick in unseren Blog. Dort berichten wir unter anderem über durchgeführte Workshops. Sie haben bereits einen erfolgreichen Workshop durchgeführt und möchten Ihre Erfahrungen mit uns und anderen Städten und Landkreisen teilen? Sprechen Sie uns gerne jederzeit an.