Wirkungsbericht 2025: Was sich bei Integreat getan hat – und was wir für 2026 planen

6. Mai 2026
Piktogramm von Bericht mit Lupe als Symbol für Wirkungsbericht

Die Überzeugung, dass Zugang zu Informationen und Transparenz grundlegend wichtig sind, prägt nicht nur die Arbeit an Integreat, sondern auch den Umgang mit der organisationsweiten Berichterstattung. Der frisch veröffentlichte Wirkungsbericht 2025 der Tür an Tür – Digitalfabrik gibt Einblick in die Entwicklungen des vergangenen Jahres, wichtige Erkenntnisse zur Wirkung von Integreat und die Planung für 2026.

Integreat wird gemeinsam mit mittlerweile über 140 Städten und Landkreisen betrieben. Gerade weil es ein gemeinschaftliches Angebot ist, das von der Zusammenarbeit vieler Akteure lebt, ist es wichtig, nachvollziehbar zu machen, was getan, gelernt und geplant wird.

Dieser Artikel fasst die zentralen Integreat-bezogenen Inhalte des Wirkungsberichts zusammen. Neben Integreat arbeitet die Tür an Tür – Digitalfabrik an weiteren digitalen Lösungen, die Teilhabe erleichtern – von der Sprachlern-App Lunes bis hin zu digitalen Berechtigungskarten. Sie alle sind im Wirkungsbericht 2025 dokumentiert. Der vollständige Bericht steht hier zum Download bereit.

Über 5,4 Millionen Seitenaufrufe – Integreat erreicht mehr Menschen

Ende 2025 war Integreat in 128 Städten und Landkreisen verfügbar. Die Seitenaufrufe stiegen im Vergleich zum Vorjahr um über 15 % auf rund 5,4 Millionen. Etwa 58 % der Aufrufe entfielen auf nicht-deutschsprachige Inhalte. Die Mehrsprachigkeit der Informationen ist damit ebenso relevant wie einfach verständliche deutsche Texte, da auch diese von Neuzugewanderten genutzt werden und die Ausgangsbasis für gute Übersetzungen darstellen.

Integreat zahlt als Informationsangebot zentral auf die navigatorische Integration ein – also auf die Fähigkeit, sich in einem neuen System zurechtzufinden. Die Herausforderungen in diesem Bereich sind vielfältig: Zuständigkeiten unterscheiden sich von Kommune zu Kommune, mehrsprachige Informationen sind häufig nicht verfügbar und Beratungsstellen sind stark beansprucht. Integreat schafft eine zentrale, verlässliche Informationsquelle, die bestehende Beratungsangebote ergänzt und Neuzugewanderte dabei unterstützt, sich eigenständig zu orientieren.

Qualitativ hochwertige Inhalte, einfache Bedienung und leichte Verständlichkeit

Integreat kann nur dann wirksam zur Orientierung beitragen, wenn die Informationen vor Ort aktuell, verständlich und vollständig sind. Ein wichtiger Fokus für 2025 lag daher in der Unterstützung von Integreat-Redakteur:innen bei der Sammlung und zielgruppengerechten Aufbereitung von Informationsangeboten vor Ort. In diesem Kontext wurden Städte und Landkreise mit Online-Seminaren, Netzwerktreffen und zahlreichen Auftakt- und Wirkungsworkshops begleitet. Technische Verbesserungen im Redaktionssystem – etwa ein neues Kontakte-Modul und die Anzeige veralteter Übersetzungen – wurden umgesetzt, um bei der täglichen Arbeit zu entlasten und Kapazitäten zum Austausch mit Nutzenden und der Ausarbeitung von zielgruppengerechten Inhalten frei zu machen.

Die jährliche Kommunenumfrage, die Ende 2025 mit sehr hoher Beteiligung durchgeführt wurde, zeigt hier erste Resultate: Nicht nur die Zufriedenheit mit dem Gesamtangebot liegt wie in den Vorjahren bei über 90 % – die Zufriedenheit mit der Aktualität der eigenen Inhalte ist nach einem rückläufigen Trend im Vorjahr wieder gestiegen. In begleitenden Evaluationsgesprächen mit Integreat-Redakteur:innen wurde zudem die intuitive Bedienbarkeit des Redaktionssystems betont.

Trotz aller Verbesserungen sehen Kommunen nach wie vor Zeit als den entscheidenden Faktor für die qualitative Verbesserung und Aktualisierung von Inhalten. Über die Hälfte aller befragten Kommunen wünscht sich mehr Zeit zur Pflege von Integreat-Inhalten.

Der Wunsch nach stärkerer Automatisierung wiederkehrender Prozesse und einer weiteren Vereinfachung der Arbeit mit dem Integreat-Redaktionssystem fließen in die Entscheidungen zur Weiterentwicklung der Integrations-Plattform ein.

Neben der inhaltlichen Qualität standen auch die generelle Vereinfachung der Bedienung und die Verbesserung der Verständlichkeit von Integreat für Nutzende 2025 im Fokus. In diesem Kontext wurde ein neues Designsystem mit verbesserter Barrierefreiheit veröffentlicht, inklusive High-Contrast-Modus und einer integrierten Vorlesefunktion. Das Sprachangebot wurde um Romani, Hindi, Swahili und Vietnamesisch erweitert. Funktionsanpassungen wie Deutsch als Standard-Sprache bei der Suche und die Filterung von Veranstaltungen nach Datum basieren auf direktem Feedback der Zielgruppe. Eine Funktions-Evaluation mit 38 Nutzenden bestätigte eine insgesamt hohe Benutzerfreundlichkeit von Integreat.

Frag Integreat als konsequente Weiterentwicklung von Integreat

Die Grundidee von Integreat war von Anfang an, verlässliche Informationen zugänglich zu machen. 2025 haben wir mit der Entwicklung und Pilotierung von Frag Integreat einen wichtigen Schritt in diese Richtung gemacht. Der chatbasierte Suchassistent erweitert den Informationszugang, indem Inhalte nicht nur bereitgestellt, sondern individuell aufbereitet werden. Nutzende erhalten Antworten auf ihre konkreten Fragen, basierend auf den verifizierten Inhalten ihrer Kommune. Optional können kommunale Mitarbeitende Konversationen übernehmen und direkt in den Austausch mit Ratsuchenden treten – unterstützt durch automatische Übersetzungen in beide Richtungen. Durch die Auswertung der gestellten Fragen werden Lücken in den bestehenden Inhalten sichtbar und können gezielt geschlossen werden.

Damit adressiert Frag Integreat ein Kernproblem: Selbst wenn gute Informationen vorhanden sind, werden sie nicht immer gefunden – sei es, weil die Suchbegriffe nicht passen, die Struktur der Inhalte nicht dem Suchverhalten der Nutzenden entspricht oder die Frage zu spezifisch für eine einfache Schlagwortsuche ist. Seit Februar 2026 ist die Funktion für alle Städte und Landkreise nutzbar, die Integreat einsetzen. Weitere Informationen zu Frag Integreat finden Sie hier.

Ausblick 2026: Wartungsärmer und passgenauer

Für 2026 sind zwei Schwerpunkte zentral:

Die Integreat-Plattform soll wartungsärmer und noch leichter zu bedienen werden. Die gewachsene technische Komplexität wird gezielt hinterfragt und reduziert. Die Kommunenumfrage 2025 hat deutlich gezeigt, dass hier ein konkreter Bedarf besteht.

Zudem soll der verstärkte Einsatz von Frag Integreat dazu beitragen, dass Informationen für Neuzugewanderte noch passgenauer vermittelt und die Beratung gezielt unterstützt werden. Ziel ist es, dass mehr Fragen digital beantwortet werden können, damit mehr Zeit für individuelle und tiefgehende Beratung in komplexen Fällen bleibt.

Herzlichen Dank für die Unterstützung 2025

Wir bedanken uns bei allen Partnerkommunen, Integreat-Redakteur:innen, Ehrenamtlichen und Nutzenden für das gemeinsame Wirken im vergangenen Jahr. Wir freuen uns auf die nächsten Schritte und jede Rückmeldung dazu, wie Integreat zukünftig noch besser beim Ankommen unterstützen kann.